Die Geschichte der KG Treuchtlingen von 1970 bis 1999

Die KG erwachte 1970 aus ihren Dornröschenschlaf und erweckte den Treuchtlinger Fasching wieder zu neuem Leben – Zitat der Treuchtlinger Presse. In dieser Session konnte die Mitgliederschar von 62 auf über 100 gesteigert werden.
Nach einem Rekordfasching stand 1970/1971 der Jubiläumsfasching „20 Jahre KGT“ vor der Tür. Zu den traditionellen Faschingshöhepunkten der KG in der Stadthalle und in Treuchtlingen ist die 2. Gemeinschaftsprunksitzung mit der NLF, die Verpflichtung des großen Tanzorchesters Rohmer für den Festball und darüber hinaus für die nächsten zwei Jahrzehnte, die Verleihung des Treuchtlinger Jubiläumsordens an den Landesvater Herrn Ministerpräsidenten Alfons Goppel im Deutschen Hof Nürnberg und die Neugründung eines Jungelferrates erwähnenswert. Die Karnevalsgesellschaft veranstaltet ihren ersten großen Frühlingsball 1971 mit großem Erfolg und nahm auch an der Narrenrally der NLF teil und belegte den 1. Platz. Der Jubiläumsfasching war ein großer Erfolg auf ganzer Linie.
Die Session 1971/1972 stand im Zeichen der Gebietsreform. Die KGT führte eine Rundfahrt durch alle neuen Ortsteile von Treuchtlingen mit großem Erfolg durch und der Faschingsorden von 1973 zeugt von diesem Ereignis. 1972 wurden 21 große Veranstaltungen und 14 Kappenabende oder Hausbälle im Faschingskalender veröffentlicht und von der KG besucht.
1972/1973 die längste Session im Fasching, die erst wieder im Jahre 2018 in Erscheinung tritt. 45 Tage Karneval schafften die Aktiven allemal, nachdem zum ersten Mal auch der Kinderfaschingsball der KG über die Bühne ging.
Der Fasching 1973/1974 lief ebenfalls auf Hochtouren. Es galt 24 Veranstaltungen zu besuchen und 12 Abordnungen zu besetzen.
Ähnlich verlief die Session 1974/1975. Am Festball wurden zwei Kapellen aufgeboten um die tanzwütigen Besucher bei Laune zu halten. Das erste Mal wurde eine Gemeinschaftsprunksitzung mit der Rheinländervereinigung Nürnberg abgehalten.
Wenn einer glaubte der Fasching in der Hochburg Treuchtlingen lässt nach, wird durch den Jubiläumsfasching 1975/1976 zum 25-jährigen Bestehen eines besseren belehrt. Vier große eigene Veranstaltungen wurden vor ausverkauften Haus in der Stadthalle durchgeführt, unter anderem auch ein närrischer Festabend bei welchem die Prinzenpaare der letzen 25 Jahre eingeladen waren (18 Prinzen + 15 Prinzessinnen). Die fünfte Jahreszeit war ein voller Erfolg. Es wurde auch ein zweiter Kinderball in dieser Session abgehalten. Mit dem Jahr 1976 wird das Komitee zur Durchführung der Narrensprungrally offiziell aufgelöst.
Der Fasching in der Session 1976/1977 ist wieder voller Höhepunkte. So konnte in Verbindung mit der Versehrtensportgruppe Treuchtlingen ein Wohltätigkeitsball durchgeführt werden. So konnten zu Gunsten für den Einbau eines Behinderten-Aufzuges im Bad über 4.000.00 DM erwirtschaftet werden. Zum ersten Mal wird am Faschingsdienstag in der Fischergasse ein buntes Faschingstreiben veranstaltet, das bis heute beibehalten wurde.
20 Kinder tummeln sich in der Faschingssession 1977/1978 in der Kindergarde. Ein herrliches Bild bis heute bei den Veranstaltungen der KG. Mit Schaffung der Kindergarde ist die KGT so manchen Karnevalsvereinen voraus, wird doch mit dieser Truppe der Nachwuchs herangezogen, wie sich in den späteren Jahren zeigen sollte.
Nach wie vor läuft der Fasching im südlichen Mittelfranken auf Volldampf. In der Session 1978/1979 gibt es zu berichten, dass ca. 65 Aktive der KG unterwegs waren.
1979/1980 wird die Vorstellung der Aktiven und die Inthronisation des Prinzenpaares zum ersten Mal bei der Faschingsdämmerung in der Stadthalle vollzogen. Die Dämmerung hat sich durch das gereichte Buffet zu einer Superveranstaltung bis heute entwickelt. Bereits in dieser Session konnte zum erstenmal aus der Kindergarde entwachsene Mädchen in die Juniorengarde aufsteigen – ein Verdienst der Jugendarbeit! Der Verein hat nunmehr fast 200 Mitglieder. Nicht nur zur Faschingszeit, sondern auch während des Jahres bleibt die KG aktiv. Die Beteiligung am Festzug, die monatlichen Zusammenkünfte, der Herbstausflug, die Weihnachtsfeier haben die Gesellschaft auch außer der Session bis heute zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen lassen.
1980/1981 Jubiläumsfasching KGT – 30 Jahre.

Die Veranstaltungen liefen wie bisher, jedoch präsentierte die KGT ein quirliges Tanzmariechen zum ersten Mal in der Geschichte des Karnevals in Treuchtlingen (Michaela Gruber). Mit Ende der Periode des Faschings tritt Rudi Aurnhammer als Präsident der KG nach 15 Jahren zurück. Nach einer Satzungsänderung werden dem 1. Vorsitzenden zwei gleichberechtigte Stellvertreter zur Seite gestellt.

Waldemar Müller wird neuer Präsident und die Session 1981/1982 kann starten.

Von der Karnevalsfront wird folgendes berichtet:

– Teilnahme an der l. Fränkischen Karnevals-Nachwuchssitzung mit drei Teilnehmern

– Michaela Gruber wird beim Gardetanzturnier Nordbayerns bestes Nachwuchs-Tanzmariechen.

– die KGT verteilt den „Truchtelinger Kurier“ vierteljährlich an ihre Mitglieder (bis 1984 erschienen 6 Ausgaben)

1982/1983 eine Session wie jede andere, allerdings ist festzustellen, dass die Besucherzahlen bei allen Veranstaltungen weniger werden. Mag das am Generationenproblem liegen, oder dass die Besucher faschingsmüde werden? Der ADAC hat vor Jahren bereits seine Veranstaltungen in der Stadthalle aus Besuchermangel aufgegeben. An der aktiven Schar der Karnevalisten und an dem was geboten wird kann es nicht liegen, wie man daran sieht, dass Michaela Gruber Fränkische Meisterin der Junioren Tanzmariechen wird und an der Deutschen Meisterschaft in Kassel teilnimmt.

Die Chronik hat aber auch von traurigen Ereignissen zu berichten und zwar verunglückte am 15.01.1983 Axel Stein, der Prinz vom Vorjahr durch einen Autounfall tödlich. Jahre vorher hatten wir bereits unseren Prinzen Gerhard I Essenbach durch einen Flugzeugabsturz verloren.

1984/1985 startet die Jubiläumssession – 33 Jahre KG Treuchtlingen. Die Aktiven haben zum Prinzenball alles aufgeboten was Rang und Namen hat. Unser Tanzmariechen Michaela Gruber wird fränkische Vizemeisterin. Es finden eine Doppelprunksitzung mit der NLF Nürnberg und ein Festball per Excellence statt. Des Weiteren wurde die 5. Fränkische Narrennachwuchssitzung in Treuchtlingen abgehalten. 280 jugendliche Spaßmacher bewiesen in 40 Darbietungen ihre Künste. Beim fränkischen Tanzturnier in Neustadt wurde unser Tanzmariechen wiederum fränkische Meisterin. Vollkommen neu war der Auftritt eines Treuchtlinger Tanzpaares, das auf Anhieb den fränkischen Meistertitel holte. So durften Michaela Gruber und das Tanzpaar Rene Kirsch und Sonja Natter zur Deutschen Meisterschaft nach Travemünde. Allgemein hatte man nach der Session den Eindruck, dass sich die KG wieder im Aufwind befindet. Mit nahezu 75 Aktiven wurde die Session beendet.
1985/1986 unser bisheriges Tanzmariechen wird durch Kerstin Zischler abgelöst und belegt mit unserem Tanzpaar den Vizemeister im fränkischen Gardetanzturnier in Schweinfurth.
1986/1987 Mit unserem Tanzmariechen holten wir den Vizemeistertitel und belegten den 4. Platz mit der Prinzengarde. Erstmals in der Geschichte des Karnevals im Landkreis wurde mit großem Erfolg eine Gemeinschaftsprunksitzung in der Karmeliterkirche in Weißenburg mit der KG Treuchtlingen und KG Ellingen veranstaltet
1987/1988 Kerstin Zischler wird Mittelfränkische Meisterin und die Prinzengarde Vizemeister. Der Fasching läuft in seinem gewohnten Gang mit 24 besuchten Veranstaltungen.
Die Session 1988/1989 verlief wie immer auf volle Touren.

Bei der Generalversammlung im Mai 1989 der KGT tritt der 1.Vorsitzende Theo Messingschlager nach 20 Jahren zurück, um den Jüngeren Platz zu machen. Renate Messingschlager stellt ebenfalls nach 20 Jahren ihren Posten als Gardetrainerin und Betreuerin zur Verfügung. Mit über 250 Mitgliedern wird das neue Jahrzehnt mit einer neuen Mannschaft begonnen. Dietharth Knödler wird 1. Vorsitzender der KG T.

1989/1990 ist eine Session mit weiteren Höhepunkten. In Weißenburg wird zum vierten Mal mit der KG Ellingen eine Gemeinschaftssitzung abgehalten und zum ersten Mal in der Stadthalle Gunzenhausen.
1990/1991 Der Golfkrieg lähmt die Aktivitäten in Treuchtlingen. Die Stadthalle wird umgebaut. Aus diesem Grund findet der Festball die Prunksitzung in der Senefelder-Schule statt.
1991/1992 nach dem Umbau der Stadthalle erlebt der Fasching in Treuchtlingen einen neuen Aufschwung. In Weißenburg und Gunzenhausen wird nach wie vor eine Doppelprunksitzung vor begeistertem Publikum bestritten. Erfreulich ist die Jugendarbeit die immerhin zwei Tanzmariechen, drei Garden und einen Jungelferrat mit über 50 Aktiven ihr eigen nennen darf.
1992/1993 und 1993/1994 werden im Fasching von den Besuchern hoch geschätzt, da „Karnevals-Kabarett“ vom feinsten geboten wurde.
Eine neue Jubiläums-Kampannie steht ins Haus – 44 Jahre Karneval in Treuchtlingen. Die Session 1994/1995 lief an wie immer und der Höhepunkt war eine Doppelsitzung mit den Freunden der Nürnberger Luftflotte des Prinzen Karneval.
Die Sessionen 1995/1996 und 1996/1997 verliefen wie immer, jedoch lässt sich die KG immer etwas neues einfallen, so wird dieses mal das Rathaus mit den Böllerschützen aus Graben gestürmt. Der Schatzmeister Willi Meier legt nach 40 Jahren Tätigkeit sein Amt nieder.
1997/1998 es lief alles wie gewohnt. Als Sensation ist zu berichten, dass erstmals seit bestehen der Gesellschaft das Eingangsportal des Rathauses zum Selbstschutz des Bürgermeisters Wolfgang Herrmann zugemauert wurde. Die KG stand vor verschlossenem Portal. Ein „Verräter“ aus den Reihen des Stadtrates hat die rückwärtige Türe aufgeschlossen und den Sturm ins Rathaus ermöglicht.
1998/1999 die KG kann sich über Besucherzahlen nicht beschweren und ist zufrieden, was die eigenen Veranstaltungen betrifft. Der ESV und der Alpenverein haben große Besucherrückgänge und spielen mit dem Gedanken, die großen Bälle in der Stadthalle in Zukunft ganz abzusagen. Dies ist ein großer Verlust in der Faschingshochburg Treuchtlingen aber leider nicht zu vermeiden. Aus diesem Grund versucht die KG mit einer zweiten Prunksitzung im nächsten Jahr die Lücke zu füllen.
1999/2000 ein Fasching in Treuchtlingen mit allen Höhepunkten und dem Besuch in München zur Inthronisation des Münchener Prinzenpaares auf dem Marienplatz. Elferrat, Prinzenpaar und Juniorengarde mit ihrem Marschtanz begeisterten über 3.000 Besucher.